9 Bausteine für ein starkes Immunsystem

Unser Immunsystem arbeitet täglich für uns und schützt den Körper vor Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern. Viele Menschen spüren in bestimmten Lebensphasen – sei es im Winter, nach Belastungen, unter Stress oder nach Infekten –, dass die eigene Abwehr geschwächt ist. Das Gute ist: Es gibt viele wirksame Möglichkeiten, das Immunsystem zu unterstützen und zu stärken. Dabei spielen Lebensstil, Ernährung, Schlaf und Bewegung eine ebenso wichtige Rolle wie gezielte pflanzliche oder medizinische Unterstützung. 

1. Ernährung – die Basis einer starken Abwehr 

Eine gesunde Ernährung liefert dem Immunsystem jene Bausteine, die es für seine tägliche Arbeit benötigt. Besonders vorteilhaft sind frisches Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Nüsse und hochwertige Eiweisse. Diese Nahrungsmittel liefern Vitamine, Spurenelemente und Antioxidantien, die für die Bildung und Aktivierung von Abwehrzellen unentbehrlich sind. Auch der Darm spielt eine grosse Rolle, denn dort sitzt ein grosser Teil unseres Immunsystems. Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut können helfen, die Darmflora zu stärken und damit auch die Immunfunktion zu unterstützen. 

2. Schlaf – Erholung als Schlüssel zur Abwehr 

Ein guter und erholsamer Schlaf ist für das Immunsystem unverzichtbar. Während der Nacht regeneriert der Körper seine Abwehrzellen und baut Stresshormone ab. Menschen, die dauerhaft zu wenig oder unruhig schlafen, sind deutlich anfälliger für Infekte. Schon regelmässige Schlafzeiten, ein ruhiger Schlafraum und ein bewusstes Abschalten vor dem Zubettgehen können dazu beitragen, die Immunfunktion zu verbessern. 

3. Bewegung – regelmässig, aber nicht übermässig

Regelmässige körperliche Aktivität unterstützt das Immunsystem gleich auf mehreren Ebenen. Bewegung verbessert die Durchblutung, aktiviert die Abwehrzellen und hilft gleichzeitig, Stress abzubauen. Geeignet sind Spaziergänge, Velofahren, Schwimmen oder leichtes Krafttraining. Besonders wichtig ist, intensive Belastungen bei akuten Infekten zu vermeiden, da sie den Körper zusätzlich schwächen können. 

4. Stressabbau – Ruhe für Körper und Immunsystem 

Langanhaltender Stress wirkt sich nachweislich negativ auf das Immunsystem aus. Die Abwehrzellen reagieren weniger effektiv, und Infekte treten häufiger auf. Bereits kleine, regelmässige Entspannungsmomente können helfen, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Atemübungen, kurze Pausen, Meditation, Yoga oder ein Spaziergang in der Natur sind einfache, aber wirksame Mittel, um innere Ruhe zu finden und das Immunsystem zu entlasten. 

5. Pflanzliche Unterstützung – natürliche Hilfe bei Infektanfälligkeit 

Pflanzliche Präparate können das Immunsystem auf sanfte und gut verträgliche Weise ergänzend unterstützen. Einige Präparate haben sich besonders bewährt: 

  • Echinacea (Sonnenhut): Echinacea ist eines der bekanntesten pflanzlichen Mittel zur Stärkung der Abwehr. Es kann die Aktivität von Immunzellen anregen und eignet sich gut für Menschen, die häufiger unter Erkältungen leiden oder in der kalten Jahreszeit ihre Abwehr unterstützen möchten. 
  • Pelargonium sidoides (Umckaloabo): Dieses Pflanzenpräparat wird vor allem bei Atemwegsinfekten eingesetzt. Es kann Husten lindern, den Schleim lösen und die Dauer eines Infekts verkürzen. Besonders wirksam ist es in den ersten Tagen einer Erkältung. 
  • Holunderbeeren (Sambucus): Holunder enthält natürliche antivirale Stoffe und Antioxidantien. Viele verwenden ihn als Sirup oder Kapsel bei ersten Erkältungszeichen, um den Körper in dieser Phase gezielt zu unterstützen.
  • Ingwer, Kurkuma und Thymian: Diese Heilpflanzen wirken entzündungshemmend und wohltuend für die Atemwege. Sie eignen sich besonders in der Winterzeit oder bei beginnenden Infekten – sei es als Tee oder Bestandteil der Ernährung. 

6. Vitamine und Mineralstoffe – gezielt auffüllen, was fehlt 

Manchmal ist das Immunsystem geschwächt, weil wichtige Nährstoffe fehlen. Häufig betroffen sind Vitamin D, Zink, Selen oder Vitamin B12. Eine Blutuntersuchung kann zeigen, ob ein Mangel besteht. Wird ein Defizit gezielt ausgeglichen, kann das Immunsystem wieder deutlich besser arbeiten. Eine individuelle Ergänzung ist in der Regel sinnvoller als eine zufällige Einnahme unterschiedlicher Präparate. 

7. Medizinische Infusionen – Unterstützung bei Erschöpfung oder häufiger Infektanfälligkeit 

Wenn das Immunsystem trotz guter Lebensgewohnheiten geschwächt bleibt oder wenn Infekte immer wiederkehren, können Infusionen eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Sie kommen besonders dann zum Einsatz, wenn der Körper einen erhöhten Bedarf hat oder Nährstoffe über den Darm nicht ausreichend aufgenommen werden.

  • Vitamin-C-Infusion (Hochdosis): Vitamin C ist für die Funktion der Abwehrzellen entscheidend. In Infusionsform kann es in hoher Konzentration gegeben werden und eignet sich besonders bei Infektanfälligkeit, nach Krankheiten oder bei starker Belastung. Glutathion-Infusion
  • Glutathion ist ein körpereigenes Antioxidans, das die Zellen schützt und die Regeneration unterstützt. Diese Infusion ist hilfreich bei Erschöpfung, oxidativem Stress oder langsamer Erholung nach Infekten. 
  • B-Vitamin-Komplex / Neurokomplex: B-Vitamine spielen eine Schlüsselrolle für Energie, Nerven und Stoffwechsel. Bei Müdigkeit, psychischer Belastung oder Konzentrationsproblemen kann eine Infusion rasch spürbare Verbesserung bringen. 
  • Aminosäuren-Infusionen: Aminosäuren dienen als Bausteine für Immunsystem und Muskulatur. Sie unterstützen den Körper bei Schwächegefühl oder nach Infekten und fördern den Wiederaufbau. 
  • Meyers Cocktail: Diese bewährte Kombination aus Vitamin C, B-Vitaminen, Magnesium und weiteren Mikronährstoffen wird seit vielen Jahren eingesetzt, um das Immunsystem, die Energie und die allgemeine Belastbarkeit zu stärken. 

8. Darmgesundheit – ein unterschätzter Baustein der Abwehr 

Da ein grosser Teil der Immunzellen im Darm sitzt, kann eine Störung der Darmflora die Infektanfälligkeit verstärken. Nach Antibiotika oder bei Verdauungsproblemen kann eine Analyse der Darmflora sinnvoll sein, um gezielt gegenzusteuern. Ein gesunder Darm bedeutet häufig auch ein stärkeres Immunsystem. 

9. Fazit – viele Wege führen zu einer starken Abwehr 

Ein gesundes Immunsystem entsteht nicht durch eine einzelne Massnahme, sondern durch das harmonische Zusammenspiel vieler Faktoren. Eine ausgewogene Ernährung, guter Schlaf, regelmässige Bewegung und Stressabbau bilden die Basis. Pflanzliche Präparate, Vitamine, Mineralstoffe und – wenn nötig – medizinische Infusionen oder diagnostische Abklärungen können die Abwehr zusätzlich stärken. Schon kleine Veränderungen können dazu beitragen, dass man seltener krank wird und sich schneller erholt.

Gerne helfen wir Ihnen im Rahmen unserer Gesundheitsberatung herauszufinden, wie Sie individuell Ihre Abwehrkräfte stärken können.

Über die Autorin:

Dr. Amineh Solberg, Fachärztin für Allgemeinmedizin(D), Akupunktur, Naturheilverfahren

Dr. Amineh Solberg

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